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Arzt und Patient: Ziemlich beste Freunde

Zum Arzt geht niemand nur zum Spaß. Leiden und Sorge um die eigene Gesundheit führen zum Besuch der Praxis: „Es geht mir um mein Problem“, heißt es. Viktor von Weizsäcker hatte nicht Unrecht, als er von einer egozentrisch-narzisstischen Haltung des Patienten in seiner Krankheitsphase sprach. Die Selbstbezogenheit forciert das Kinds-Ich – und da gibt es nur ein Ziel: Es geht um MICH!!!!


Der Arzt soll gesundheitliche Probleme lösen oder den Patienten von einer präventiven Methode profitieren lassen. Anders als in anderen Dienstleistungsbereichen hängt die Lösung aber nicht von einem Akteur allein ab. Der Arzt ist kein Techniker und kein Roboter: Er versucht, den Leidenden zu verstehen. Dabei geht es nicht um Machtanspruch im Sinne von Weisheit, sondern um Verständigung als Voraussetzung für die bestmöglichen Untersuchungs- und Behandlungsoptionen.
Seitens des Patienten gehören dazu Offenheit und Vertrauen gegenüber dem behandelnden Arzt. Wer sich öffnet, gut kommuniziert, dem Therapeuten/in Vertrauen schenkt, kann damit zu einer stabilen Patient-Arzt-Beziehung beitragen. Zur Offenheit gehört aber auch das Nachdenken über die eigene Person und Lebenswirklichkeit. Vergangenheit, Vorlieben, Wünsche, Ziele und Handlungsalternativen sollten vom Selbst reflektiert werden. Erst dann lässt sich gezielt das eigentliche Problem einkreisen und dem Arzt mitteilen. Der kann so besser Handlungsalternativen mit den verschiedensten Interventionen herausarbeiten.
Wer offen sein will, braucht aber auch gegenseitiges Vertrauen. Es wächst, wenn der Patient auf einen kompetenten, zugewandten, wahrnehmenden und wertschätzend-akzeptierenden Arzt trifft. Andererseits fordern das konsequente Befolgen der medizinischen Anweisungen und ein verantwortlicher Umgang mit der eigenen Gesundheit auch das Vertrauen des Arztes in den Patienten. Der Patient sollte den Helfer aber auch als Mensch mit Tiefen und Höhen akzeptieren.


Wer für sich die beste Behandlung erreichen will, muss kommunizieren. Dazu gehört klare Verständigung über Untersuchungsergebnisse und therapeutische Möglichkeiten. Der Patient sollte sicher sein, alles verstanden zu haben.

Tipps für MS-Patienten
Kooperation und gegenseitiges Vertrauen zwischen Arzt und Patienten sind Grundvoraussetzung für eine fachgerechte Behandlung.
Bei Erstdiagnose und im Verlauf: Exakte Informationen über Krankheitsentstehung, Symptome, Entwicklung und Therapieoptionen erstellen.
Als mündiger Patient hinsichtlich der vorgeschlagenen Therapie die eigene Meinung und eventuelle Bedenken äußern. Gemeinsam mit dem Arzt die geeignete Problemlösung festlegen.
Erfahrungen mit der aktuellen Therapie mitteilen, dazu gehören eigene Interpretationen über Wirkung und Nebenwirkungen.
Neue Therapieoptionen erfragen – nicht um Behandlungswünsche zu erzwingen, sondern um Möglichkeiten zu erkunden.
Diplomatisches Verhalten: Die eigene Meinung deutlich mitteilen, in der Diskussion aber stets gerecht und wertschätzend bleiben.
Auch Anerkennung mit Lob für eine geleistete Hilfestellung verbessert das Verhältnis zwischen Arzt und Patient.
Geduld mitbringen: Eine MS-Erkrankung braucht laut Fritz Hartmann (Arzt und Medizinethiker) den „chronischen Arzt“. Er und der Patient begleiten sich oft ein Leben lang.
Stetig den Dialog suchen; Medizin lebt vom Informationsaustausch

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