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Herzrhythmus muss stabilisiert werden: Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Sie stellt eine der häufigsten Ursachen für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte dar. Nach Krankenkassendaten, leiden ca. 2,2% der Bevölkerung (fast 1,8 Millionen Menschen) an Vorhofflimmern.

Da das Vorhofflimmern oft unbemerkt bleibt dürften die Dunkelziffern noch höher liegen.

An Hand der Alterungsstruktur moderner Gesellschaften, der Arbeitsstress und der Zunahme von Risikofaktoren wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), hoher Blutdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie) etc. ist zukünftig mit mehr Erkrankungen an Vorhofflimmern zu rechnen. Ab dem 50. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko an Vorhofflimmern zu erkranken. Ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko um das Vierfache.

Die Leitlinien als propagierte Meinung der fachgesellschaften und in diesem Bereich der Gesellschaft für Kardiologie geben handfeste Empfehlungen zu Therapien.

Das Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich aber geht mit Folgeschäden wie Schlaganfälle einher. Das altersabhängige Risiko an Schlaganfall bei Vorhofflimmern zu erleiden beträgt 8%.

In Vielen Fällen ist die Antikoagulation (Hemmung der Blutgerinnung) die Therapie der Wahl. Dadurch wird das Embolierisiko reduziert, so dass ca. 15% der Schlaganfälle verhindert werden können. Das entspricht ca. 40.000 Schlaganfällen in Deutschland pro Jahr. Das Alter alleine ist ein Risikofaktor; denn jüngere Betroffene erleiden 1% weniger Schlaganfälle als Ältere.

Vorhofflimmern kann anfallsartig auftreten mit Besserung auch ohne Medikation. Sie können aber persistieren als Dauerzustand. Nach einer organisch bedingte Ursache bei Herzerkrankungen oder z.B. Schilddrüsenüberfunktion wird bei neu aufgetretenen Erkrankungen gesucht und gegebenenfalls behandelt.

Medikamente, die antiarrhythmisch wirken oder Elektroschock als Kardioversion bezeichnet können den Rhythmus normalisieren. Enden die Episoden nicht spontan ist der Konversion (Rhythmusumstellung) medikamentös oder durch den Elektroschock zu erreichen.

Herzstolpern, Herzrasen, Atemnot, Abgeschlagenheit, Beklemmungsgefühle, Angst und Schwindelgefühle sind typische Beschwerden beim Vorhofflimmern. Oft bleiben diese Alarmzeichen aus und die Patienten ihre Rhythmusstörungen nicht bemerken. Patientin, die asymptomatisch (ohne bemerkbaren Beschwerden) sind Risikopatienten, da sie sie den Arzt nicht aufsuchen und eine eventuelle adäquate Therapie nicht erhalten können.

Die Durchführung einer Katheterablation erfordert einen qualitativ hohen Therapiestandard mit hohen Erfolgschancen und niedrigen Komplikationsraten. Unter einer Herzkatheterablation ist in eine Therapie von Herzrhythmusstörungen zu verstehen, bei der krankhafte Bereiche im Herzmuskelgewebe gezielt verödet werden.

Kardiologen plädierten im 83. Jahrestagung der deutschen Kardiologie Gesellschaft (Bericht CARDIOVASC Juni 2017/ Nr. 3) sogar dafür, dass auch Betroffene ohne bemerkbare Beschwerden konvertiert und medikamentös behandelt werden sollen. Das Ziel ist dabei ähnlich wie bei allen anderen Betroffenen eine bessere Prophylaxe gegen Schlaganfälle. Wichtig erscheint den Spezialisten die gute Aufklärung des Patienten über eventuellen Risiken.

Empfehlenswert sind eine Untersuchung des Herzrhythmus und regelmäßige Kontrollen von Risikofaktoren insbesondere ab dem mittleren Lebensalter zu empfehlen. Die Therapieentscheidung trifft in erster Linie Ihr Arzt. Er wird sie sicherlich über alle möglichen Alternativen, Vorteile und Risiken informieren.

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