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Kopfbälle und Hirnschäden

Fußballspieler können durch ihre Stärke in Kopfball imponieren und Menschenmassen mit Treffern begeistern. Sport ist nicht nur gesund, sondern auch unterhaltend. Motivierte Spieler möchten den Ball während des Spiels möglichst nicht verlieren. Ihr Ziel ist ein Tor zu schießen. Für unterlegene Mannschaften ist der Spielverlust dramatisch. Der Sieger kann dagegen triumphieren. Die Freude des Gelingens ist bekanntlich die größte Freude. Für den einzelnen Fußballspieler ist jede Gelegenheit, um Tore zu erzielen, willkommen. Somit genießt der Spieler sein Spielgeschick, um seine spielerische Fähigkeit und seine Körperbeherrschung unter Beweis zu stellen. Diese Freude ist mit einem Erfüllungserlebnis verbunden. Dadurch kann er auch seinen hohen Beliebtheitsgrad steigern. Die Geschichte hat aber einen Haken. Die eigene Gesundheit.

Statistisch gesehen, köpft jeder Fußballspieler pro Spiel den Ball zehn bis zwölfmal, so dass 2000 Kopfbälle in einer üblichen Fußballkariere von 20 Jahren anzunehmen sind.

Selten sind dadurch typische Gehirnerschütterungen zu beobachten. Dagegen werden unterschwellige, so genannte subklinische, als „sub-concussion“ bezeichnete Gehirnerschütterungen in den funktionellen MRT-Untersuchungen festgestellt. Diese gehen mit unterschwelligen neuropsychiatrischen Auffälligkeiten einher.

Die sechs von insgesamt vierzehn sezierten kognitiv auffälligen Fußballspielern im Alter von 64 Jahren zeigten laut dem Magazin „Medical Tribune 6/17“ neuropathologische Auffälligkeiten, wie bei der Alzheimer-Erkrankung. Bei vier dieser Personen wurden zusätzlich Hinweise für eine chronisch traumatische Hirnschädigung (CTE) gefunden. Diese CTE kann- nicht nur bei Boxern- je nach Lokalisation der traumatischen Schädigung, verschiedene Formen von kognitiven Defiziten (Denkstörungen), Sprachstörungen und psychischen Auffälligkeiten aufweisen. Auch Bewegungsstörungen wie beim Parkinson-Syndrom können auftreten. Ein Betroffener, den wir wohl alle kennen, ist der bekanntesten Boxer aller Zeiten- Mohammed Ali.

Die Autoren der Studie fordern eine groß angelegte Studie, um das Ausmaß im Vergleich zur Gesamtpopulation zu erforschen.

Den Spaß an diesen Sportarten kann man dadurch kaum verderben. Zum Nachdenken sollte es aber animieren. Vorsicht gilt für alle Formen von Übermotivation.

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