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Positive Psychologie

Was an der Psychologie positiv wirken kann, ist in erster Linie Handlung  – also Taten- die zur Happiness (Glücklich-sein) führen können. Glücklich-sein ist nicht gleichzusetzen mit dem Moment des Glücks, sondern als Lebensaufgabe bzw. Lebensziel. Denn kurzweilige Glücksmomente sind durch die Triebe gesteuert, die wiederum auch entgegengesetzt wirken können  und uns zum „Schlechten“ verleiten.

Das oberste Ziel des Einzelnen und wahrscheinlich auch der Gesellschaft, ist unabhängig vom philosophischen Standpunkt und dem Zustand der Eudaimonie,  als das Ergebnis der Lebensführung. Wenn nicht in jedem Philosophischem Ansatz die Eudäimonia mit Happiness gleichzusetzen ist, ist die Glückseligkeit zumindest ein Teil davon. Dann ist die Eudaimonia der Zustand der Geistigkeit im Sinne des Living in spirit. In dem Zustand ist der Mensch mit sich selbst im Reinen und in einem erhabenen und schönen geistigen Zustand der Ruhe, Frieden und Gelassenheit – im Grunde genommen in einem erwünschten Zustand des Seelenfriedens.

Dieser Zustand der Ausgeglichenheit kann alleine vom Wissen über den Weg dahin nicht erreicht werden, sondern über den praktischen Weg, das praktizierte Leben. Im praktischen Leben soll nichts anderes praktiziert werden als die, dem Wesen des Menschen zugrunde liegende Eigenschaft,  der Menschlichkeit. Das gute Handeln ist das Handeln mit Sorge für sich selbst und für andere. Dieses preprogrammierte Wesentliche, was das „Mensch-sein“ überhaupt ausmacht, kann mit dem von der Natur aus zu antizipierende vernünftigen Handeln implementiert beziehungsweise umgesetzt werden. Jeder Mensch ist in der Lage seinen erstrebenswerten Zustand des  Wohlbefindens durch eine von ihm intrinsisch motivierte und praktisch orientierte gute Lebensweise zu erreichen. Diese Fähigkeit, um diesen praktischen Weg zu beschreiten, hat jeder Mensch durch seinen Selbsterhaltungstrieb in sich.

Der Vater der positiven Psychologie ist der griechische Philosoph Aristoteles, auch wenn wir seine Ansichten nicht als Ganzes übernehmen können. Er stufte Frauen in der Tugendpraxis höher als Sklaven ein aber niedriger als Männer. Diese historische und kulturelle Ansicht, kann in der heutigen Zeit nicht übernommen werden. Für die positive Psychologie als auch die Psychologie im Allgemeinen ist kein Platz für Diskriminierung. Die Menschlichkeit ist mit der Gleichberichtigung gleichzusetzen.

Trotzdem spielt Aristoteles Philosophie eine zentrale Rolle bei der Begründung der positiven Psychologie. Schon positive Emotionen haben einen großen Einfluss auf die mentalen Fähigkeiten. Diese befähigen Menschen zu Beziehungsaufbau, Bindungsfähigkeit, Gesundheit und Zielerreichung.

Die Emotionalität hat somit einen bedeutenden Einfluss auf die Beziehungsgestaltung.

Der Phänomenbereich Emotionalität ist gekennzeichnet durch vorübergehende beziehungsweise aktuelle, aber kurzfristige Merkmale (States) und langfristige Persönlichkeitseigenschaften (Traits).

Der erste Bereich der emotionalen Zustände gliedert sich in Gefühle und Stimmungen. Gefühle sind psychische Vorgänge, die individuell erlebt werden. Sie haben eine spezifische Qualität. Die Qualität kann entweder neutral oder als Gütekriterium als die Summe aller Eigenschaften eines Objektes, Systems oder Prozesses beurteilt werden. Durch die Qualität können vorgelagert individuelle Einstellungen und Werthaltungen bewerten werden. Diese Bewertung geschieht an Hand der daraus resultierenden Handlungen und Handlungsergebnisse.
Zusätzlich werden Gefühle nach ihrer Intensität und ihrem zeitlichen Verlauf oft unterschiedlich erlebt.
Emotionen werden nicht nur erlebt, sondern können ein bestimmtes Verhalten bedingen. Sie können auch somatische d.h. physiologische und biochemische Reaktionen hervorrufen. Alle diese Merkmale besitzen Qualität, Intensität und Zeitrahmen. Dementsprechend werden Gefühle in einem psychisch-somatischen Konstrukt integriert. Angst, Zorn, Freude, Trauer, Liebe und Ekel sind nur Beispiele von Gefühlen.

Stimmungen sind dagegen zeitlich ausgedehnter. Ihr Beginn und ihr Ende sind schwer bestimmbar. Die zeitliche Dauer ist unterschiedlich lang (Minuten, Tage, Wochen….). Gefühle bleiben nur Sekunden. Außerdem sind Stimmungen in ihrer Erlebensweise diffuser und lassen sich nicht auf bestimmte Personen, Dinge oder Ereignisse beziehen. Somit werden Stimmungen als zeitlich ausgedehnte Gefühle bezeichnet. Stimmungen können auch durch ihr Merkmale – Qualität, Intensität, zeitlicher Umfang und Erlebensmäßigkeit- differenziert werden.

Die langfristigen Merkmale und Eigenschaften, auch Temperamentseigenschaften genannt, werden definiert als die vorhandene längerfristige individuelle Bereitschaft mit bestimmten Gefühlen und Stimmungen zu reagieren.
Die Begrifflichkeit der Emotionalität ist wichtig, da sie die interaktionale Beziehungsgestaltung massiv beeinflusst.

Intuitive und reflektierte Erkenntnisse über die eigenen Gefühle, Stimmungen und Emotionen sowie über die Gefühls- und Stimmungszustände sowie die Persönlichkeitseigenschaften von anderen befähigen eine feinere Abstimmung der gegenseitigen Beziehung. Die Selbst- und Fremdempathie sind die Tragesäulen der emotionalen Intelligenz. Wenn ich mir selbst gegenüber offen und ehrlich genug bin und mich über mich selbst und über meine Eigenschaften, Einstellungen und Werte reflektieren kann und möchte, dann erscheine ich dem Gegenüber im meinem Auftreten als ehrlich. Dieses Authentisch-sein hat eine besondere Bedeutung einerseits für die Selbstachtung und andererseits für die bedingungslose Achtung und Akzeptanz des Gesprächspartners. Das „Authentisch-sein“ in der Kommunikation hat viel mit dem „Präsent-sein“ gemeinsam. Denn Achtung und Achtsamkeit sind ihrer Bedeutung semantisch und handlungsorientiert verwandt. Die Achtung hat die magische Kraft Vertrauen zu schaffen und Menschen miteinander durch Angepasstheit zu binden. Vertrauen ist ein wichtiger Aspekt der menschlichen Existenz. Vertrauen ist mit dem Gefühl der Sicherheit eng verbunden und Sicherheit gehört nach der Maslowsche Motivationspyramide zu den Grundbedürfnissen als die Grundausstattung der folgerichtigen Persönlichkeitsentwicklung.

Zur emotionalen Intelligenz gehört die soziale Intelligenz mit der Angepasstheit und Führungsfähigkeit. Führung ist nicht gleich mit Macht zu übersetzen, auch wenn Macht für die Führung förderlich sein kann. Führung ist eine Rolle, die Menschen bereit sind anzunehmen, um anderen wiederum zum besseren Leben zu verhelfen. Führung ist kein Privileg, sondern eine besondere Herausforderung um für sich selbst und auch für andere, Lösungen für komplexe Fragestellungen anzubieten und Komplexität bei existentiellen Situationen zu reduzieren.  

Die Zielerreichung ist nicht nur durch Motivation, sondern auch durch die Willenskraft mitbestimmt. Instrumentelle und intrinsische Faktoren bedingen Erfolgsorientierung und Zielerreichung und führen durch ein Einschmelzen in der Aufgabe zum Glücksgefühl.
Je menschenzentrierter eine Aufgabe ist, desto näher wird die Glückseligkeit erlebt.

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