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Schreibabys

Die 28 jährige zierliche Mutter stellte sich verzweifelt, unruhig, angespannt und total genervt bei ihrem Arzt vor. „Die Stimmung ist zu Hause nicht mehr schön“,klagt die junge Mutter . Der Ehemann sei ebenfalls gereizt und angespannt. Während sie als junge Mutter die ersten 5 Monate ihres ersten Babys mit der Betreuung beschäftigt ist, arbeitet ihr Ehemann im Drei-Schicht-System als Facharbeiter.  „Wir bekommen  keinen Schlaf mehr.“ „Das Baby schreit Tag und Nacht und lässt sich mit nichts beruhigen.“ Die Nachbarn verstehen die Problematik, aber das Geschrei des Kindes können sie auch nicht mehr ertragen. Die junge Mutter trägt das Kind fast ständig auf dem Arm um es zu beruhigen. Er weint nachts und tags; das ist kein normales Weinen, das ist Schreien. Der Kinderarzt empfahl den Eltern, Geduld zu haben. Das Kind wird sich selbst in den nächsten Wochen beruhigen.

„Ihn im Kinderwagen nach Draußen zu fahren ist eine Tortur“. Alle Menschen in der Einkaufpassage oder auf dem Waldweg schauen sich teilweise empört und zum Teil bemitleidend zu uns um“. Das Kind schreit und schreit unaufhörlich.

Die junge Mutter zittert vor Erschöpfung, Müdigkeit und Unruhe. Sie hat an Gewicht verloren und Sie wird zunehmend gereizter. Sie kann mit ihrem erschöpften Ehemann, der auch dadurch immer gereizter wird, nicht mehr vernünftig kommunizieren. Sie schreien sich gegenseitig an. Beide sind stark erschöpft. „Meine Frau tut mir zwar leid aber ich muss auch mit wenig Schlafzeit meine berufliche Leistung erbringen“ murrt der Mann.Seine Kollegen haben ihn bereits auf  seine „schlechte Laune“ angesprochen.

 

Was tun bei so einer Dramatik?

Das entgegengebrachte Verständnis und das echte Mitempfinden sind für  betroffene Familien bei dieser entstandenen Situation eine wichtige Hilfestellung. Keiner ist an dieser Situation schuld. Schuldzuweisungen sind hier schädlich und lassen die Eltern an ihrer Erziehungsfähigkeit zweifeln. Schuldzuweisungen können Hassgefühle dem Kind gegenüber verstärken. Liebevolle Zuwendung hilft den Eltern diese schwierige Lebensphase unbeschadet zu überstehen.

Unterstützung durch die Kollegen und Vorgesetzte für ihre Mitarbeiter, die so etwas durchmachen müssen, stärkt ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und lässt sie die gesellschaftliche Solidarität spüren. Nachbarn, Großfamilien und Kollegen sind hier gute Helfer in schwierigen Zeiten, die das Leben der jungen Familie ein Stück angenehmer werden lassen können.

Die Eltern können durch „Ruhe bewahren“  viel  dazu beitragen das Baby zu beruhigen. Das Schütteln des Kindes sollte möglichst vermieden werden. Besser ist, dass Kind an einem sicheren Ort hinzulegen damit es sich beruhigen kann. Einer professionelle Hilfe durch eine Schreiambulanz ist anzuraten.

Happy End – Als das Kind den sechsten Lebensmonat erreichte,  konnten die Eltern endlich aufatmen und  ein „normales Familienleben“ führen. Das Kind schrie nicht mehr als nötig, um auf sich aufmerksam zu machen. Es hat mittlerweile einen normalen Schlaf-Wach-Rhythmus erreicht.

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